Das Arbeitslosengeld

Die wichtigste Leistung der Arbeitsagenturen (früher Arbeitsamt genannt) ist das Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch 3 (auch Arbeitslosengeld I, ALG I oder ALG 1 genannt). Auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit ist ein Arbeitslosengeldrechner zu finden, mit dem Sie die ungefähre Höhe Ihrer Leistungen berechnen können.

 

Das Arbeitslosengeld richtig berechnen

Das Arbeitslosengeld beträgt 60 % des Leistungsentgelts. Für Arbeitslose mit Kind liegt das Arbeitslosengeld bei 67 %.

 

Dabei wird in 3 Schritten gerechnet:

 

1. Vom Brutto-Arbeitsentgelt wird nur der Anteil berücksichtigt, für den auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt wurden, also das Sozialversicherungsbrutto. Nur der Anteil, der in den Bemessungszeitraum fällt, wird eingerechnet. Das Ergebnis ist das Bemessungsentgelt.

 

2. Vom Bemessungsentgelt werden pauschalierte Beträge abgezogen, die nur grob mit den tatsächlichen Abzügen übereinstimmen (Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag). Das Ergebnis ist das Leistungsentgelt, das ein pauschaliertes Nettoentgelt ist, also nicht genau dem Netto auf der Gehaltsbescheinigung entspricht.

 

3. Das Arbeitslosengeld ergibt sich dann aus dem Prozentsatz von 60% des Leistungsentgelts (67% für Arbeitslose mit Kind).

 

Zum Bemessungsentgelt rechnet im Allgemeinen jeder Einkommensbestandteil, der steuer- und sozialversicherungspflichtig ist. Im Einzelnen kann es jedoch schwierig sein zu beurteilen, was als Bemessungsentgelt zu berücksichtigen ist.

 

Wir beraten Sie, welche Lohnbestandteile bei der Bemessung von Arbeitslosengeld zu berücksichtigen sind.

 

Der Bemessungszeitraum

Der Bemessungszeitraum beträgt in der Regel 1 Jahr. Er wird aber beispielsweise auf 2 Jahre erweitert, wenn weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt im normalen Bemessungszeitraum von 1 Jahr liegen. Das gilt auch, wenn es unbillig hart wäre, vom Bemessungsentgelt im Bemessungszeitraum auszugehen.

 

Wenn Sie im erweiterten Bemessungszeitraum keine 150 Tage mit Arbeitsentgelt haben, kann es zu einer fiktiven Bemessung nach Qualifikationsstufen kommen.

 

Wir beraten Sie, wann Ihr Arbeitslosengeld nach dem erweiterten Bemessungszeitraum zu berechnen ist. Wir erläutern Ihnen, ob Sie fiktiv einzustufen sind und ob die fiktive Einstufung durch die Agentur richtig ist.

 

Wir beraten Sie auch dazu, wann Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht und wie lange Sie den Anspruch noch geltend machen können, wenn Sie zwischenzeitlich wieder Arbeit finden.

Weitere Informationen zum Arbeitslosengeld

Auf unserer Internetseite finden Sie weitere Informationen zum Arbeitslosengeld:

 

Portrait

JANSSEN & STAUDACHER

Susanne Janssen
Fachanwältin für Familienrecht

Thomas Staudacher
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Sozialrecht


Regelbedarfe AlG-II / Hartz IV und Sozialhilfe ab 01.01.2017

Ab dem 01.01.2017 erhöhen sich die Regelbedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende und in der Sozialhilfe

Weiterlesen ...

SGB II Änderungen zum 01.08.2016

Zum 01.08.2016 ergeben sich für Erben im Hartz IV-Bezug (ALG II) einige wichtige Änderungen: geerbtes oder geschenktes Schonvermögen.
Abweichend von der bisherigen Rechtsprechung des BSG ist die Erbschaft von Gegenständen nicht mehr als Einkommen, sondern im Folgemonat als Vermögen zu berücksichtigen.

Weiterlesen ...

BSG 10.08.2016: Auszahlung von Lebensversicherung kein Einkommen sondern Vermögen

Mit Urteil vom 10.08.2016 hat das BSG entschieden, dass die Auszahlung als Schonvermögen zählenden Kapitallebensversicherung einer einschließlich der Überschussanteile und Bewertungsreserven bei Auszahlung und Zufluss während des Bezuges von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende Vermögen, nicht Einkommen sind.

Damit unterscheidet das BSG diese als Wertsteigerung vorhandenen Vermögen vom Zufluss von Kapitalerträgen wie etwa Zinsen.