Was tun bei Hartz IV und hoher Miete?

Wenn Sie ALG II beantragen, so stellt sich die Frage, ob Ihre Miete vollständig vom JobCenter übernommen wird. Wir erläutern Ihnen, welche Miethöhe vom JobCenter als angemessen anerkannt wird.

 

Wir beraten Sie, wenn Sie vom JobCenter aufgefordert werden, in eine billigere Wohnung umzuziehen oder auf andere Weise Wohnkosten zu senken (sogenannte Umzugsaufforderung oder Kostensenkungsaufforderung). Wir erläutern Ihnen, was Sie gegen einen derartigen „Zwangsumzug“ unternehmen können.

 

Auch Wohnungseigentümer oder Hausbesitzer haben Anspruch auf Übernahme der Unterkunftskosten durch das JobCenter. Das gilt jedoch nur, wenn das Eigentum angemessen ist. Wir beraten Sie, welche Grenzen für die Angemessenheit einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses gelten und welche Kosten übernommen werden.

 

Besondere Regeln gelten für die Miete (Kosten der Unterkunft), wenn Sie mit Familienmitgliedern zusammenwohnen. Familienmitglieder bilden im Sozialgesetzbuch 2 eine Bedarfsgemeinschaft oder Haushaltsgemeinschaft. Meist werden die Kosten der Unterkunft nach dem Kopfteilprinzip einfach durch die Zahl der Bewohner einer Wohnung geteilt. Jeder hat nur Anspruch auf seinen eigenen Anteil. Doch in bestimmten Fällen gibt es Ausnahmen. Welche das sind und ob in Ihrem Fall ein höherer Anteil der Miete vom JobCenter übernommen wird, erläutern wir Ihnen.

 

Leben Kinder über 25 Jahren mit ihren Eltern in einem Haushalt, so gehören sie nicht zur Bedarfsgemeinschaft, sondern bilden mit den Eltern eine Haushaltsgemeinschaft. Daraus ergeben sich Besonderheiten bei den Kosten der Unterkunft. Übernimmt das JobCenter nur einen Teil der gesamten Miete, sollten Sie das überprüfen lassen. Häufig lässt sich durchsetzen, dass die vollständige Miete übernommen wird.

Portrait

JANSSEN & STAUDACHER

Susanne Janssen
Fachanwältin für Familienrecht

Thomas Staudacher
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Sozialrecht


Regelbedarfe AlG-II / Hartz IV und Sozialhilfe ab 01.01.2017

Ab dem 01.01.2017 erhöhen sich die Regelbedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende und in der Sozialhilfe

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SGB II Änderungen zum 01.08.2016

Zum 01.08.2016 ergeben sich für Erben im Hartz IV-Bezug (ALG II) einige wichtige Änderungen: geerbtes oder geschenktes Schonvermögen.
Abweichend von der bisherigen Rechtsprechung des BSG ist die Erbschaft von Gegenständen nicht mehr als Einkommen, sondern im Folgemonat als Vermögen zu berücksichtigen.

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BSG 10.08.2016: Auszahlung von Lebensversicherung kein Einkommen sondern Vermögen

Mit Urteil vom 10.08.2016 hat das BSG entschieden, dass die Auszahlung als Schonvermögen zählenden Kapitallebensversicherung einer einschließlich der Überschussanteile und Bewertungsreserven bei Auszahlung und Zufluss während des Bezuges von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende Vermögen, nicht Einkommen sind.

Damit unterscheidet das BSG diese als Wertsteigerung vorhandenen Vermögen vom Zufluss von Kapitalerträgen wie etwa Zinsen.